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Schwerter in Sage und Mythologie |
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Berühmte Schwerter der Sage sind geradezu mit Zauberkraft begabt oder können auch in einer Umkehrung der ihnen innewohnenden Magie mit einem Fluch behaftet sein. Sie sind dann gegebenenfalls für den meist tragischen Handlungsablauf mitverantwortlich. Solche Schwerter werden fast als lebende Wesen betrachtet; als solche stehen ihnen auch eigene Namen zu. Siegfrieds Schwert Balmung, das er zusammen mit dem Nibelungenhort erwirbt, zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung, bis es zuletzt in Kriemhilds Hand Siegfrieds Tod an Hagen rächt und damit ihren eigenen Tod herbeiführt. König Artus` Schwert Excalibur, das der Zauberer Merlin in den Marmelstein eingepflanzt hatte, war das Wahrzeichen, das dem Knaben Artus als den künftigen König auswies, da er es als einziger aus dem Steine ziehen konnte. Nachdem es ihm die entscheidende Schlacht gegen die seine Herrschaft nicht anerkennen wollenden Rebellen zu gewinnen geholfen hatte, zerspringt es bei seinem ersten Abenteuer als fahrender Ritter, wird aber durch ein zweites Excalibur, ersetzt, das ihm eine Fee vom Grunde eines Sees heraufbeschwört. Dieses zweite Excalibur hat eine magische Scheide, die den Besitzer des Schwertes vor Verwundung und Blutverlust schützt. Jedoch des Königs böswillige und zauberkundige Schwester Morgan Le Fay stielt ihm die Scheide und versenkt sie im tiefen Wasser. Am Ende seines Lebens, nach der letzten Schlacht gegen seinen aufständischen Sohn Mordred, kann der auf den Tod verwundete Artus nicht von seinen Leiden erlöst werden, ehe nicht sein letzter überlebender Gefolgsmann Excalibur in einen nahen See zurückgeworfen hat. Eine ganz ähnliche Geschichte wird bei den Osseten des Kaukasus von ihrem Stammeshelden Batradz und seinem Zauberschwerte erzählt. Die Osseten sind die letzten nachweisbaren Nachkommen der Sarmaten, einer Gruppe kriegerischer Steppennomaden, wie die mit ihnen verwandten Skythen und Alamannen ihre Stammesgottheiten in Gestalt von aufrecht in den Boden gepflantzten Schwertern verehrten. Das Motiv des Schwertes im Stein der Artussagen geht wahrscheinlich auf Einflüsse von im Zuge der Völkerwanderung in den Westen Europas verschlagenen Sarmaten zurück. Im Rolandsliede sucht Roland, der Paladin Kaiser Karls, in den letzten Augenblicken der verlorenen Schlacht von Roncevalles sein unübertreffliches Schwert Durendal dem Zugriff der siegreich herandringenden Mauren zu entziehen. Vergeblich schlägt er es gegen eine Felswand um es zu zerschmettern; Durendal trägt nicht einmal eine Scharte davon; aber der Felsen ist gespalten bis auf den Grund. Mit letzter Kraft drückt Roland dann das treue Schwert bis über den Knauf in die Erde, wo Durendal noch bis zum heutigen Tage ruht. Ähnlich wollte Wittich, Wielands Sohn, sein Schwert Mimung, Wielands Meisterstück, nicht in Feindeshand fallen lassen und sprang mit ihm von einer Klippe ins Meer. Die enge Verbindung, die manche Helden mit ihren Schwertern haben, lässt die Vermutung aufkommen, dass diese Helden letzten Endes Personifizierungen magischer Schwerter waren. Der Name des alten Waffenmeisters Dietrichs von Bern, Hildebrand, bedeutet "Schlachtschwert", sein Sohn, den er tragisch erschlagen muss, ist Hadubrand, "Kampfschwert", und sein Vater war Heribrand, "Heeresschwert". Sie entstammten der Sippe der Wülflinge, was an die magiegeladene Wolfsmarke auf Schwertklingen denken lässt. Dietrich selbst erbeutet sein Schwert Eckesachs von dem Riesen Ecke ("Schneide"), und die Söhne König Etzels, dessen historisches Vorbild Attila durch die Auffindung des angeblichen Schwertes des Kriegsgottes zur Weltherrschaft berufen wurde, waren in der Dietrichssage Scherpfe ("Schwertschneide") und Ort ("Schwertspitze"). In den nordischen Sagas half Sigurd dem Schmiede Regin, dessen Bruder Fafnir sich in einen Drachen verwandelt hatte, um ihm seinen Anteil am Familienschatze vorzuenthalten, das drachentötende Schwert Gram zu schmieden. Im Drachenblute härtete sich dann Sigurd/Siegfried selbst wie eine Klinge. Sein Gegenstück in der irischen Heldensage ist Cuchulainn, der ebenfalls einem mit übernatürlichen Kräften begabten Schmiede diente und der seine Kampfeshitze durch Tauchen in kaltes Wasser dämpfen musste. Bei den Osseten des Kaukasus kommen mehrere miteinander verwandte Sagenhelden vor, deren Körper aus Eisen bestehen und die durch Glühen in der Schmiedeesse oder auf Scheiterhaufen und anschließendes Untertauchen ins Meer oder in einem Pferdetroge in Stahl verwandelt werden. aus dem Buch: “Damaszenerstahl” von Manfred Sachse
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Magische Schwerter von Prof. Dr. Helmut Föll an der Uni Kiel, Materialwissenschaft |
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