![]() |
||||||
|
Karolingische Schwerter aus Bayern und Oberösterreich |
||||||
![]() |
||||||
|
Für die Karolingerzeit ist die Waffenbeigabe in Gräbern nur noch sporadisch in den Randgebieten des Frankenreiches und den östlich und nördlich anschließenden Räumen nachzuweisen. Waffentechnische Entwicklungen sind nun schwerer nachzuvollziehen, doch bieten „Flussfunde“ einen gewissen Ausgleich. Aus dem Donaukies bei Neuburg, Lkr. Neuburg-Schrobenhausen, stammt das reich verzierte Schwert mit messingtauschiertem Gefäß (links). Die abgebrochene Klinge trägt auf der Vorderseite eine in Eisentausia eingelegte Inschrift in verballhorntem Latein und auf der Rückseite ein eingelegtes Rautenmuster. Das andere Schwert wurde bei Linz (Oberösterreich) aus der Traum geborgen und ist vollständig erhalten. Der dreieckige Knauf und die massive Knaufplatte sowie die eiserne Parierstange waren ehemals in Messingstreifen tauschiert. In technischer Hinsicht ist gegenüber den Spathen der Merowingerzeit ein Fortschritt festzustellen, der sich in der massiveren Form der Klinge zeigt. Die Schwerter von Neuburg a. d. Donau und aus der Traun bei Linz finden ihre ikonographischen Belege in karolingischen Fresken und in den Miniaturen der Handschriften. Dort sind auch – so zum Beispiel im Stuttgarter Bilderpsalter – buntbemalte Schilde mi zuckerhutförmigen Eisenbuckeln abgebildet, die ihren archäologischen Nachweis im Grab 28 von Augsburg - Göggingen finden. Der eiserne Buckel (Dm. 15,4 cm; H. 14,4 cm) war mit 20 silberplattierten Nieten auf dem Schildkorpus befestigt; die Kalotte ist vom Kragen durch ein Silberband abgesetzt. 8. Jahrhundert. Germanisches Nationalmuseum Nürnberg; Römisches Museum Augsburg. aus dem Buch „Frühgeschichte Bayerns“ von Wilfried Menghin, Konrad Theiss-Verlag Stuttgart 1990 |
||||||